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Sammlung: Chenin Blanc

Chenin Blanc - uralt und erfrischend

Die weiße Rebsorte stammt aus Frankreich. Es gibt über 80 Synonyme, die hohes Alter und weite Verbreitung bezeugen. Die wichtigsten alphabetisch nach Ländern gruppiert sind Anjou, Blanc d’Aunis, Blanc Emery, Bon Blanc, Capbreton Blanc, Chenin Bijeli, Cugnette, Cruchinet, Franc Blanc, Gamay Blanc, Gros Chenin, Gros Pineau, Pineau Blanc, Pineau d’Anjou, Pineau de Briollay, Pineu de la Loire, Pineau de Savennières, Pineau de Vouvray, Pinot de la Loire, Pinot Gros de Vouvray, Plant d’Anjou, Plant de Breze, Que Fort, Ronchalin, Rouchalin, Rouchelin, Rouchelein, Rougelin (Frankreich); Chenin Bijeli (Kroatien); Chenin Beli (Slowenien); Agudelo, Agudillo (Spanien); Steen, Vaalblaar Stein (Südafrika); Fehér Chenin (Ungarn); White Pinot (USA). Sie darf trotz scheinbar darauf hinweisender Synonyme bzw. morphologischer Ähnlichkeiten nicht mit den Sorten Albillo Real oder Verdelho verwechselt werden.

Es handelt sich um keine farbliche Mutation der roten Sorte Pineau d’Aunis (Chenin Noir). Gemäß im Jahre 2013 durchgeführten DNA-Analysen entstammt sie einer vermutlich natürlichen Kreuzung Savagnin (Traminer) x unbekanntem Partner. Dabei wurde auch festgestellt, dass die Sorten Balzac Blanc, Colombard und Meslier Saint-François aus ebenfalls natürlichen Kreuzungen Gouais Blanc x Chenin Blanc entstanden sind. Chenin Blanc war auch Kreuzungspartner der Neuzüchtungen Chenel, Therona Riesling und Weldra.

Angeblich wurde sie schon im 9. Jahrhundert erwähnt, was aber nicht belegt werden kann. Die erste Nennung unter dem Namen Plant d’Anjou erfolgte im Jahre 1496, als Thomas Bohier Weinberge vom Château Chenonceau in Indre-et-Loire kaufte, die unter anderem damit bestockt waren. Der spätere Name Chenin Blanc wurde nach dem Kloster Mont-Chenin bei Cormery vergeben, von wo sie sich im Bereich Touraine verbreitete. Unter diesem Namen wurde sie auch vom Franziskanermönch François Rabelais (1495–1553) im Jahre 1534 in seinem Werk „Gargantua und Pantagruel“ erwähnt und der Wein als als „gentil vin blanc“ mit heilender Wirkung bezeichnet.

Die mittel reifende Rebe ist sehr anfällig für Botrytis, Echten Mehltau und Holzkrankheiten. Sie erbringt säurebetonte Weißweine mit Aromen nach Honig und Äpfeln, die sich für die Schaumweinproduktion und Destillation eignen. Auf Grund der Botrytisanfälligkeit wird sie auch gerne für edelsüße Weine verwendet. Bei entsprechender Ertragsbeschränkung und Ausbau kann sie auch sehr gute Qualitäten mit Alterungspotential erbringen und zählt zum erweiterten Kreis der weltweit besten Rebsorten, den sogenannten Cépages nobles. In der Neuen Welt wird sie auf Grund der schmackhaften Beeren gerne auch als Tafeltraube genutzt.

In Frankreich sind damit 9.825 Hektar Rebfläche mit rückläufiger Tendenz belegt; Ende der 1950er-Jahre waren es noch ~16.500 Hektar gewesen. Die größten Flächen gibt es in den Départements Maine-et-Loire um Angers (~5.000 ha) und Indre-et-Lore um Tours (~3.000 ha). Hier ist die Sorte in den Loire-Appellationen Anjou, Bonnezeaux, Crémant de Loire, Quarts de Chaume, Saumur, Savennières, Touraine und Vouvray zugelassen. Weitere europäische Anbauländer sind Italien (45 ha), Schweiz (6 ha), Spanien (100 ha) und Ungarn (6 ha).

In Südafrika wurde sie bereits im Jahre 1655 vom Gouverneur und Weinbaupionier Jan van Riebeeck (1619-1677) eingeführt und wurde ungemein populär. Dort ist sie unter dem Namen Steen mit 18.515 Hektar die häufigste Sorte. Die größten Mengen befinden sich in den Bereichen Paarl, Malmesbury und Olifants River. Die für südafrikanische Verhältnisse besonders gut geeignete Sorte ist hier Basis für Destillate und hochwertige Weißweine.

Weitere Bestände in Übersee gibt es in Argentinien vor allem Mendoza (2.462 ha), Australien (541 ha), Brasilien (18 ha), Chile (57 ha), China (10 ha), Indien, Kanada (7 ha), Mexiko (275 ha), Myanmar (1 ha), Neuseeland (50 ha), Thailand (13 ha), Peru (2 ha) und Uruguay (7 ha), sowie in den US-Staaten Kalifornien (2.923 ha in 2010), New York, Texas und Washington. Die Sorte belegte im Jahre 2010 insgesamt 35.164 Hektar Rebfläche mit sinkender Tendenz (zehn Jahre vorher waren es 45.806 Hektar). Sie belegt im weltweiten Rebsortenranking den Rang 26.

Quelle: Wine Grapes / J. Robinson, J. Harding, J. Vouillamoz / Penguin Books Ltd. 2012

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